Wie erneuere ich eine Badewannenarmatur ohne die Wand zu beschädigen?

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Wie erneuere ich eine Badewannenarmatur ohne die Wand zu beschädigen?

Bevor Sie den ersten Handgriff tun, sollten Sie sich über den Typ Ihrer bestehenden Armatur klar werden, denn davon hängt die Demontagetechnik ab.  www.st-vicelin.de  Anschlüsse mit sogenannten Überwurfmuttern oder, bei älteren Ausführungen, mit einer zentralen Rosettenbefestigung. Drehen Sie zunächst den Hauptwasserhahn ab und öffnen Sie die alte Armatur, um den Druck abzulassen. Legen Sie nun einen flachen Meißel oder einen Spachtel zwischen die Wandplatte und die Fliese und hebeln Sie die Rosette vorsichtig ab, ohne sie zu verbiegen. Handelt es sich um eine Unterputz-Armatur, so sitzt sie meist auf einer Gewindeplatte, die Sie mit einem passenden Maulschlüssel gegen den Uhrzeigersinn lösen können. Entscheidend für die Schonung der Wand ist es, keine Gewalt anzuwenden: Sollten sich Schrauben oder Muttern nicht drehen lassen, sprühen Sie etwas Kriechöl ein und warten Sie einige Minuten. Vermeiden Sie es, mit einem Hammer auf die Armatur zu schlagen, da dies die darunterliegenden Fliesen oder den Putz beschädigen kann. Wenn Sie die alte Armatur entfernt haben, wird meist ein alter Anschlussstutzen oder eine Verschraubung sichtbar, die Sie ebenfalls vorsichtig abschrauben. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Gewinde zu reinigen und auf Kalkablagerungen zu prüfen, ohne dass Sie hierfür die Wand neu verputzen müssen – ein sauberes Gewinde ist die halbe Miete für eine dichte Neuinstallation.

Für die Montage der neuen Armatur benötigen Sie nun exakte Maße und die richtigen Dichtungen, und genau hier sollten Sie mit Bedacht vorgehen, um spätere Risse in der Wand zu vermeiden. Messen Sie den Abstand der beiden Anschlussgewinde, denn die neue Armatur muss exakt auf diesem Achsmaß liegen; weicht es ab, verwenden Sie flexible Panzerschläuche oder Ausgleichsstücke, die Sie einfach vor die Wand montieren. Wickeln Sie Hanf oder Teflonband gleichmäßig um die Gewinde, drücken Sie die neuen Dichtungsringe in die Rosetten und setzen Sie die Armatur an. Ziehen Sie die Überwurfmuttern zunächst handfest an und justieren Sie dann die Armatur gerade aus; danach ziehen Sie die Muttern kreuzweise mit einem Drehmomentschlüssel nach, wobei Sie das Drehmoment unbedingt gemäß der Anleitung der Armatur wählen. Ein häufiger Fehler ist es, die Mutter zu fest anzuziehen, was zu Spannungen führt, die sich später als Risse im Fliesenkleber äußern können – daher gilt: ruhig und gleichmäßig nachspannen. Prüfen Sie während des Anziehens immer, ob die Rosetten bündig an der Wand anliegen; entsteht ein Spalt, lockern Sie die Mutter und korrigieren Sie die Ausrichtung. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie keine aggressiven Reinigungsmittel oder Silikonreste an die Wandfläche bringen, bevor die Armatur vollständig justiert ist. Sollte die Wand hinter der alten Armatur uneben sein, können Sie mit etwas spachtelmasse oder einem dünnen Mörtelbett die Auflagefläche ausgleichen – dies zählt jedoch bereits zu den Arbeiten, die Sie nur dann durchführen sollten, wenn Sie ohnehin planen, die Badsanierung vorzunehmen.

Nachdem alle Verbindungen fest sitzen, öffnen Sie das Hauptventil wieder langsam und prüfen Sie zunächst ohne Abdeckkappen, ob irgendwo Wasser austritt. Bewegen Sie den Hebel oder die Griffe der neuen Armatur mehrfach, um Luft aus den Leitungen zu drücken, und kontrollieren Sie dabei die Wandanschlüsse mit einem trockenen Tuch. Ein entscheidender Punkt ist die Abdichtung der sichtbaren Übergänge: Nach erfolgreicher Dichtheitsprobe spritzen Sie feine Silikonfugen entlang der Rosettenkanten und glätten diese mit einem Fugenglätter, aber verfüllen Sie auf keinen Fall die Öffnungen der Verstellmechanismen. Lassen Sie das Silikon vollständig aushärten, bevor Sie die Armatur stark beanspruchen, denn feuchte Fugen sind die häufigste Ursache für spätere Wasserschäden hinter der Fliese. Wenn Sie alle Schritte sorgfältig ausgeführt haben, benötigen Sie keine aufwendigen Stemmarbeiten und die Wand bleibt unversehrt – was gerade dann wichtig ist, wenn Sie nicht eine komplette bad sanieren möchten. Sollte dennoch Feuchtigkeit eindringen oder eine Verbindung tropfen, ist das kein Grund zur Panik: Schrauben Sie die Armatur wieder ab und erneuern Sie die Dichtung, bevor Sie weitere Maßnahmen ergreifen. In den meisten Fällen gelingt die Erneuerung jedoch auf Anhieb, und Sie sparen sich nicht nur Kosten, sondern auch den Schmutz und die Unannehmlichkeiten, die mit einer Wandöffnung verbunden wären. Denken Sie daran, die neue Armatur nach einigen Tagen noch einmal auf festen Sitz zu prüfen, da sich thermische Ausdehnung und Wasserdruck auf die Verschraubungen auswirken können – so bleibt Ihre Wand dauerhaft trocken und makellos.